Der Obstverkäufer


Wir hatten Urlaub.

 

 

Für ihn war es ein normaler Arbeitstag.

 

 

Wir wärmten uns auf einem kleinen Platz in Palermo.

 

 

Er war ein Obstverkäufer, der durch die schmutzigen Hinterhöfe der Märkte zog, seine Ware auf einem Handkarren hinter sich herzog. Er bot den Hausfrauen seine leicht verderbliche Ware an. Meist sang er, nur für sich, nicht für die anderen. Dann, hin und wieder, rief er den Namen seiner Kundinnen, eher schreiend, als rufend.

 

Nehmt mir die Last ab, sonst verdirbt sie mir. Nur ein Kind kaufte eine Kleinigkeit im Auftrage der Mutter.

 

Doch er nahm dem Tag nichts übel.

 

Singend zog er weiter. Er vermittelte ein Bild der Lebenslust.

 

Zu beneiden der Mann oder nicht?

 

Warum singt er, sagt ein Mitreisender bei der eintönigen und doch schweren Tätigkeit.

 

Weil er muss antwortete ich ihm, er muß singen aus allen Tönen seiner Brust. In seinem Gesang spiegelt er die Lust des Lebens wieder.

 

Lebenslust heißt: Es ist eine Lust zu leben. Probleme fallen ab, alles wird leicht, Probleme verflüchtigen sich, positive Energie gibt Kraft für Leib und Seele. Musik liegt in der Luft.

 

Lebenslust kann eine kurze Weile sein, doch man kann sie auch festhalten. Man muss auf sie aufpassen, sie frei ziehen lassen und mit ihr ziehen. Eingesperrt wird sie öde und trocken; sie braucht das Licht, die warmen Strahlen der Sonne, den Glanz des Universums. Schön ist es zu leben, schön ist das Leben. Man möchte tanzen vor Glück, Springen vor Heiterkeit, wie ein Kind, das die negativen Erfahrungen des Lebens noch nicht wahrgenommen hat. Die Energie soll frei fließen können, nichts darf Körper und Denken blockieren.

 

Arm dem, der das Alles verloren hat. Doch er hat die Möglichkeit sich diese Eigenschaften zurückzuholen, sich ganz im Augenblick aufzuhalten und bei sich zu sein.

 

Seien wir Kinder im Augenblick des Jetzt!