Peter Korrman


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Der Versuch, eine Romanfigur zu schaffen.
Korrman ist durch das, was er erlebt hat keine einfache Figur. Er eckt überall an, macht sich mehr Feinde als Freunde und möchte dennoch seine Daseinsberechtigung in diesem Leben haben. Ich habe diese Figur geschaffen, weil ich mir viele Co-Autoren wünsche, die mit mir zusammen ein Buch schreiben, vorzugsweise einen Krimi und dieser Figur Leben einhauchen. Also macht mit, ich freue mich auf euch!
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Wir schreiben . . . um unser Bewußtsein vom Leben zu vertiefen . . . Wir schreiben, um das Leben zweimal zu kosten: im Augenblick und in der Rückschau . . . Wir schreiben, um unser Leben zu transzendieren, um darüber hinauszugreifen . . . um uns selbst zu lehren, mit anderen zu sprechen, um die Reise in das Labyrinth aufzuzeichnen . . . um unsere Welt zu erweitern, wenn wir uns stranguliert fühlen, eingeengt und einsam . . . Wenn ich nicht schreibe, fühle ich, wie meine Welt schrumpft, ich fühle mich in einem Gefängnis. Ich empfinde, wie ich mein Feuer und meine Farben verliere.

Anais Nin
>Die Tagebücher 1947-1955<



Ich spreche sehr wenig über mich. Es ist mir unangenehm, wenn andere Menschen sich mit mir beschäftigen. Mein Kontakt zu anderen Menschen ist begrenzt. Freunde habe ich keine.
Nach der Scheidung von meiner Frau Greta, die ich immer noch vergöttere, ist diese meine beste Freundin geblieben. Wenn ich zu Buchmessen reisen muss oder zu ähnlich großen Veranstaltungen überkommt mich ein hohes Maß von nichtkontrollierbarer Angst.
Menschen machen mir Angst.
Situationen machen mir Angst.
Das Leben macht mir Angst.
Deshalb betrete ich derartige Veranstaltungen nur im Beisein von Greta, immer nur für kurze Zeit, immer auf dem Sprung in ein anderes Jetzt. Insofern ist es für mich sehr schwer, hier etwas über mich zu berichten.
Dennoch sehe ich die Notwendigkeit ein, dass Leser etwas über den Erzähler wissen wollen. Es ist wichtig, sich ein Bild machen zu können, die Maske des Erzählers freizulegen und in sein nacktes Antlitz schauen zu können.
Lesungen dagegen, im kleinen, wohlinformierten Kreis, mag ich dagegen sehr. Hin- und wieder, wenn meine Kraft es zulässt und die Dämonen der Vergangenheit Ruhe geben, finden diese kleinen literarischen Kreise auch in meinem Haus in Thimister-Clermont statt.

Ich habe keine Freunde. Der Volksmund sagt, wenn man keine Freunde hat, ist man arm. Ich bin arm!

Nun gut, mein Verlag ist der Meinung, dass ich etwas von mir preiszugeben habe, wenn ich mich weiterhin als Schriftsteller erfolgreich verdingen möchte.

Geboren wurde ich am 08. Mai 1962 in einem kleinen Dorf bei Würzburg.

Mein Studium begann in den Vereinigten Staaten von Amerika. Neben Philosophie und Mathematik war Religion mein Hauptfach. Meine Habilitation wurde meine erste Buchveröffentlichung. Sechs Jahre blieb ich in den Staaten und schloss meinen Aufenthalt mit einem Magister und einem Doktorhut in Philosophie und Mathematik ab. Es begann die Zeit des Fragens, Zweifelns und Verstehens. Die Zeit der Logik, des präzisen Hinterfragens und des analytischen Denkens.

Zwei Jahre später lernte ich meine Frau Greta in Amsterdam kennen. Greta verliebte sich sehr schnell in mich und ich mich in sie. Sie ist Psychologin und arbeitete in Amsterdam in einer sogenannten offenen Klinik mit Randgruppen der Gesellschaft.

Zusammen zogen wir einige Jahre später mit unserem kleinen Sohn Christopher in einen ländlichen Vorort von Clermont in Belgien. Es gelang uns dort, eine alte runtergekommene Fabrik zu erwerben, eine ehemalige Spinnerei und diese für unsere Bedürfnisse umzubauen. Greta nutze einen Teil des Gebäudes um Patienten zu behandeln. Ich ging meiner Leidenschaft nach, Geschichten zu erzählen und diese zu Papier zu bringen. Meine journalistischen Fähigkeiten, das Wissen, wo man Informationen her bekommt, wie man diese bewertet und die Möglichkeit, diese gnadenlos einzusetzen machten meine Bücher zu Bestsellern. Die Familie mit Greta, Christopher und mir entwickelte sich hervorragend. Wir waren glücklich, unbeschreiblich glücklich. Christopher half an den Umbauarbeiten mit, soweit es ihm als Kind möglich war. Ein zweites Kind war geplant, wenn Gott es zuließ, eine kleine Prinzessin, die in der Spinnerei ihr Reich finden sollte. Diese - mehrere hundert Quadratmeter große - Spinnerei bot räumlichen und geistigen Freiheiten in jeder Beziehung Platz.

Ein gnadenloser Schicksalsschlag, ein Knall, der aus dem Nichts kam führte dazu, dass Greta und ich uns in verschiedenen Welten wiederfanden. Die Sprengkraft dieses Ereignisses war enorm und ließ mich mit hoher Geschwindigkeit in die Gosse sausen. Alkoholismus und harte Drogen wurden meine besten Freunde. Greta war stärker als ich. Ihre anfänglichen Bemühungen, mich aus dem Karussell der Dekadenz zu befreien, scheiterten. Ich spürte mich nicht mehr, ich spürte mein Leben nicht mehr. Es heißt, der menschliche Körper habe einen Selbsthilfemechanismus. Wenn der Schmerz zu gross wird und das Gerhirn ihn nicht mehr fassen kann, dann stirbt die Seele und eine große Taubheit macht sich breit.