Stoppt den Brexit!

Der Austritt Großbrittanniens aus der EU

darf nicht zum Automatismus werden.

Ein zweites Referendum kann ihn abwenden

 

Es sind Donnerstage wie diese, da warte ich mit großem Interesse an meinem Kiosk auf ein bekanntes Wochenmagazin, das eben nur an einem Donnerstag in der Woche herauskommt.

Warum an einem Donnerstag?

Das kann ich nicht sagen, vielleicht weil der Kolumnist nur an diesem Tag Zeit hat?

Viele intelligente Menschen arbeiten bei diesem Blatt, wenn ich das mal so sagen darf. Aber der Kolumnist trifft das Wochenthema – wie den besagten Nagel – auf den Kopf.

Ja, der Brexit, was soll man nun daraus schließen?

 

Stoppt den Brexit!

Der Austritt Großbrittanniens aus der EU

darf nicht zum Automatismus werden.

Ein zweites Referendum kann ihn abwenden

 

lautet die Headline.

Sind die Engländer intelligenter als der Rest der EU und wünschen sich aus diesem Grunde die Trennung von den anderen Staaten?

Dabei sollte uns Alexander Boris de Pfeffel Johnson (er war bis 2016 Bürgermeister von London), der sich so kampfessicher und keck sein blondes Haar nach vorne streicht, durchaus ein Vorbild sein.

Will man dort den Finanzstandort London aufs Spiel setzen, damit möglicherweise Frankfurt als neuer Standort gelten könnte?

OK! Guter Gedanke.

Oder sind die Engländer eben nicht intelligenter als die Mitglieder der EU, sondern ….?

Das Abstimmungsergebnis läßt durchaus diese Variante zu.

Dann der Zwischenruf „…Ein zweites Referendum kann ihn (den Brexit) abwenden!“ Sollte man nach Gleichgesinnten suchen, bovor jemand diese waghalsige These veröffentlicht. Nein, nein, nein meinen plötzlichen Einfall, Donald Trump als Referendarführer zu nennen, verwerfe ich auf der Stelle und möchte mit diesem Gedanken nicht mehr annähernd etwas zu tun haben.

Wenn man dem Staat die Verantwortung zuschustern will ist das nicht ganz falsch. Doch wenn der Wähler eine Entscheidung getroffen hat – Zeit zum Nachdenken hatte er ausreichend – und es zu einem gewollten Austritt aus der EU kommen soll, kann man ihm diese Wahl nicht streitig machen. Ich kenne nur einen Kulumnisten, der behaupten würde, ein zweites Referendum kann ihn abwenden.

 

In einem Referendum äußert sich die gesamte Wahlbevölkerung unmittelbar zu einer politischen Frage. Das Ergebnis ist daher mit einem hohen Maß an Legitimität ausgestattet.

Jetzt den Eindruck erzeugen zu wollen, die Engländer hätten die Frage des Referendums nicht richtig verstanden und aus diesem Grunde sei das Ergebnis so zustande gekommen (jedenfalls über 50% davon) trifft den Hammer mit dem Nagel neben dem Kopf. Natürlich ist ein schonungsloses Gelächter nicht zu vermeiden. Dann muss jedoch die Frage der EU an die Engländer -noch einmal- kommen, wann ist es denn soweit (nennen sie uns bitte möglichst umgehend ihren Austrittstermin).

Der Kolumnist verliert sich dann in unwegloses Gelände:

                …rechtlich bindend ist es für Regierung und Parlament ohnehin nicht, schreibt er,

                …pro EU sind es nur gut zwei Drittel der Abgeordneten, schreibt er,

und meint damit, das war alles nur eine Narretei, ein Scherz, den die Engländer häufiger machen, nichts was man rechtlich, gesellschaftlich oder sondst in irgendeiner Form hätte fassen können.

 

Die knappe Mehrheit von 51,9 gegen 48,1 Prozent bleibt trotz aller Auslegungskriterien die Mehrheit auch, wenn viele Briten nicht mitgewählt haben. Da gilt die Abschaltung Nordirlands und Schottlands legitim, weil ihnen ihr Zugehörigkeitsgefühl etwas Wert ist und weil sie in der Gemeinschaft Kräfte finden und bündeln können und ihre Kinder ein internationales Zuhause vorfinden werden